Bei den Rhein-Neckar Löwen musste sich die TSV Hannover-Burgdorf denkbar knapp mit 28:29 geschlagen geben. Am Ende entschieden Millisekunden darüber, dass sich die RECKEN für eine starke Aufholjagd nicht belohnen konnten. Über die gesamte Spielzeit hinweg gelang es den Niedersachsen nicht, selbst in Führung zu gehen. Zur Halbzeit lagen sie mit 13:15 zurück. August Pedersen erzielte im letzten Auswärtsspiel der Saison elf Treffer und erreichte damit bereits zum fünften Mal in dieser Bundesligaspielzeit eine zweistellige Torausbeute. Gegen den isländischen Spielmacher der Löwen, Haukur Thrastarson, der an insgesamt 20 Treffern direkt beteiligt war, fand die TSV jedoch häufig nicht die passenden Mittel.
Bereits nach 2:38 Minuten sahen sich die RECKEN mit einem 0:2-Rückstand konfrontiert. Bis zur 4:16 Minute dauerte es jedoch nur, ehe Kapitän Marius Steinhauser an seiner zukünftigen Wirkungsstätte zum 2:2 ausgleichen konnte. Zuvor hatte bereits Lukas Stutzke, der in der Offensive begann, getroffen. In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Zwar gelang es den Rhein-Neckar Löwen immer wieder, mit einem Tor in Führung zu gehen, doch die RECKEN fanden zunächst stets die passende Antwort. So konnte Pedersen nach 15:14 Minuten zum 7:7 ausgleichen, nachdem er einen Tempogegenstoß infolge eines Stürmerfouls der Gastgeber erfolgreich abgeschlossen hatte. Anschließend musste die TSV Hannover-Burgdorf jedoch einen 0:2-Lauf hinnehmen. Sowohl das 7:8 als auch das 7:9 in der 17:30 Minute erzielte Jannik Kohlbacher, der in der ersten Halbzeit nicht zu stoppen war und alle sieben seiner Würfe auf das hannoversche Tor verwandelte. Im zweiten Durchgang gelang dem deutschen Nationalspieler allerdings nur noch ein weiterer Treffer. Wie schon zu Beginn der Partie fand die Mannschaft von Cheftrainer Juan Carlos Pastor jedoch die richtige Antwort. Nur 1:55 Minuten nach dem 7:9 traf Steinhauser zum 9:9-Ausgleich. Beim Spielstand von 9:10 nahm Löwen-Trainer Maik Machulla die erste Auszeit der Begegnung und gab die Spielzüge für die kommenden Angriffe vor. Die TSV kehrte jedoch hochkonzentriert auf das Spielfeld zurück. Nach einem Ballgewinn in der Defensive glich Pedersen in der 20:50 Minute per Gegenstoß zum 10:10 aus. Im darauffolgenden Angriff der Gastgeber zeigte Joel Birlehm eine seiner drei Paraden im ersten Durchgang. Das Torhüterduell entschieden die Rhein-Neckar Löwen letztlich mit insgesamt 11 Paraden für sich, während die RECKEN-Torhüter auf sechs Paraden kamen. Die Chance auf die erste Führung der Niedersachsen nach der Birlehm-Parade war damit gegeben, doch ein Fehlpass an den Kreis verhinderte diese Möglichkeit. Kurz darauf mussten die Gäste eine Unterzahlsituation überstehen, nachdem Thomas Solstad eine Zwei-Minuten-Strafe erhalten hatte. Die Partie blieb insgesamt äußerst fair: In den gesamten 60 Minuten verhängten die Schiedsrichter lediglich zwei Zeitstrafen. David Moré stellte beim 11:13 den Zwei-Tore-Rückstand wieder her. Zwar gelang es Pedersen in der 25:43. Minute, per Siebenmeter auf 12:13 zu verkürzen und auch Jonathan Edvardsson erzielte 53 Sekunden vor der Pause noch einmal den Anschlusstreffer zum 13:14, doch am Ende des ersten Durchgangs ging es mit einem 13:15-Rückstand in die Kabinen.
Der zweite Durchgang begann denkbar unglücklich. Im ersten Angriff unterlief den RECKEN ein vermeidbarer Fehler, sodass Thrastarson bereits knapp eine Minute nach Wiederanpfiff per Siebenmeter zum 13:16 traf und damit erstmals für einen Drei-Tore-Rückstand sorgte. Pastor reagierte sofort und stellte im folgenden Angriff auf das Sieben-gegen-Sechs-Spiel um. In den folgenden knapp 20 Minuten agierten sowohl Justus Fischer als auch Thomas Solstad gleichzeitig am Kreis. Bis zum 19:21 durch Steinhauser nach 40:39 Minuten gelang es den Löwen zwar immer wieder, einen Drei-Tore-Vorsprung zu behaupten, doch die TSV Hannover-Burgdorf verkürzte konsequent auf zwei Treffer. So auch beim 16:18 durch Pedersen 5:43 Minuten nach Wiederanpfiff. Mit diesem Treffer erzielte der Norweger sein 200. Bundesligator der laufenden Saison. Anschließend sorgten jedoch Patrick Groetzki, der an diesem Abend sein letztes Heimspiel als aktiver Spieler bestritt und zu dessen beeindruckender Karriere die RECKEN herzlich gratulieren, sowie Thrastarson beim 19:23 nach 42:39 Minuten für den ersten Vier-Tore-Rückstand. Danach gelang es der Mannschaft aus der niedersächsischen Landeshauptstadt allerdings sieben Minuten lang keinen Gegentreffer zuzulassen. Renars Uscins verkürzte in der 47:12 Minute auf 21:23 und brachte seine Mannschaft wieder in Schlagdistanz. In dieser Phase wäre sogar noch mehr möglich gewesen: Zwei Aluminiumtreffer sowie eine Parade des inzwischen eingewechselten Löwen-Torhüters Mike Jensen verhinderten einen noch engeren Spielstand. Erst nach genau sieben torlosen Minuten auf Seiten der Gastgeber war es wieder Thrastarson, der in der 49:39 Minute das 21:24 erzielte. Dennoch war spürbar, dass die Partie noch nicht entschieden war. Zunächst verkürzte einmal mehr Pedersen per Siebenmeter in der 51:58 Minute auf 23:24. Anschließend stellte Leif Tissier in der 53:37 Minute den Anschluss zum 24:25 her. Ziemlich exakt fünf Minuten vor dem Ende war es schließlich Edvardsson, der mit dem 25:25 den verdienten Ausgleich für seine Mannschaft erzielte, die sich auch von einer Unterzahlsituation nicht aus dem Konzept bringen ließ. In den Schlussminuten entwickelte sich ein temporeiches Spiel. Die Rhein-Neckar Löwen gingen zwar immer wieder mit einem Tor in Führung, doch die RECKEN fanden jeweils die passende Antwort. Der letzte Ausgleich gelang Tissier, der 21 Sekunden vor dem Ende zum 28:28 traf. Dann wurde es dramatisch. Zunächst erzielte Edwin Aspenbäck sieben Sekunden vor dem Ende den Treffer zum späteren Endstand von 28:29. Im direkten Gegenzug landete der schnell vorgetragene Angriff bei Daniel Weber, der aus spitzem Winkel den vermeintlichen Ausgleich zum 29:29 erzielte. Nach Videobeweis wurde der Treffer jedoch zurückgenommen, da der junge Rechtsaußen den Ball um wenige Millisekunden zu spät im Tor untergebracht hatte. Den RECKEN blieb noch ein letzter direkter Freiwurf, da Moré Weber beim Wurf entscheidend störte. Doch Vilhelm Poulsen verpasste den möglichen Lucky Punch nach Ablauf der Spielzeit, sodass sich die TSV Hannover-Burgdorf trotz einer Aufholjagd knapp geschlagen geben musste.
„Ich denke, wir haben sehr kämpferisch gespielt. Zweimal sind wir nach einem mehrtorigen Rückstand zurückgekommen und haben uns wieder herangearbeitet. Wir müssen unsere Fehler analysieren und genau schauen, was wir besser machen können. Dennoch bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft. Die Spieler haben bis zum Schluss gekämpft und eine hervorragende Einstellung gezeigt. Gleichzeitig müssen wir daran arbeiten, solche Spiele künftig für uns zu entscheiden. In dieser Saison, seitdem ich hier bin, haben wir auswärts mehrere Partien mit nur einem Tor Unterschied verloren, oft in den letzten zehn oder zwanzig Sekunden. Deshalb müssen wir genau analysieren, wie wir uns in diesen Situationen verbessern können“, stellt Juan Carlos Pastor nach dem Abpfiff fest.
DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (5), Vilhelm Poulsen, Renars Uscins (4), August Pedersen (11), Marius Steinhauser (4), Bendix Dietzsch, Jonathan Edvardsson (2), Sindre Aho, Lukas Stutzke (1), Thomas Solstad, Justus Fischer (1), Daniel Weber, Luis Rodriguez, Fabrice Wolf
Bereits jetzt am Sonntag, den 7. Juni steigt das letzte Saisonspiel. Zum 34. Spieltag empfängt die TSV Hannover-Burgdorf die MT Melsungen um 15 Uhr. Im Anschluss an die Begegnung werden die scheidenden Spieler noch gebührend auf dem Spielfeld verabschiedet.