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Lehrreicher Härtetest gegen den Champions-League-Sieger

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Zum 40-jährigen Bestehen der HG 85 Köthen traf die TSV Hannover-Burgdorf im zweiten Härtetest der Saisonvorbereitung auf den amtierenden Champions-League-Sieger, den SC Magdeburg. Für RECKEN-Trainer Christian Prokop war die Partie in der Heinz-Fricke-Sporthalle ein ganz besonderes Spiel. Der 46-Jährige wurde in der sachsen-anhaltischen Kreisstadt geboren und trug einst selbst das Trikot der HG 85 Köthen. Aus sportlicher Sicht wurde der SC Magdeburg seiner Favoritenrolle gerecht. Nach einem Halbzeitrückstand von 11:15 unterlag die TSV Hannover-Burgdorf am Ende mit 21:30.

Im Testspiel gegen den Vizemeister der vergangenen Bundesliga-Saison setzte Prokop zunächst auf Joel Birlehm im Tor, August Pedersen und Daniel Weber auf den Außenbahnen sowie Maxim Orlov, Leif Tissier und Renars Uscins im Rückraum. Justus Fischer begann am Kreis. Die Partie begann verhalten: Erst nach rund drei Minuten eröffnete Philipp Weber den Torreigen für den SC Magdeburg. Kurz darauf gelang seinem Namensvetter auf Seiten der RECKEN, Daniel Weber, der 1:1-Ausgleich. Beide Teams fanden zunächst schwer in die Begegnung, was sich auch in der geringen Trefferanzahl widerspiegelte. Zwar konnten sowohl Birlehm im TSV-Tor als auch SCM-Keeper Nikola Portner mit frühen Paraden überzeugen, dennoch zeigte sich Magdeburgs Coach Bennet Wiegert mit dem Auftakt unzufrieden und nahm beim Spielstand von 2:3 bereits nach neuneinhalb Minuten seine erste Auszeit. Nach der Auszeit kamen die Sachsen-Anhalter deutlich besser ins Spiel und konnten aus RECKEN-Sicht mit einem 0:3-Lauf auf 2:6 davonziehen. Lukas Stutzke, der kurz zuvor für Orlov eingewechselt worden war, unterbrach diesen Lauf mit seinem Treffer zum 3:6 (13:30 Minute). Nachdem Philipp Weber für Magdeburg erneut erfolgreich war, reagierte nun auch Prokop und zog seine erste Auszeit. Er nutzte die Gelegenheit für einen größeren Blockwechsel: Nur Birlehm im Tor und der kurz zuvor eingewechselte Stutzke blieben auf dem Feld. Neu in die Partie kamen Hannes Feise, Sindre Aho, Vilhelm Poulsen, Marius Steinhauser und Kreisläufer Thomas Solstad. Die TSV Hannover-Burgdorf machte zu viele einfache, aber vor allem vermeidbare Fehler, sodass die in Grün spielenden Magdeburger erneut drei Treffer in Folge erzielen konnten, obwohl Birlehm einige Bälle noch entschärfen konnte. Der eingewechselte Solstad unterbrach den erneuten Torelauf mit seinem Treffer zum 4:10. Beim Stand von 4:12 griff Prokop gut zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff erneut zur Grünen Karte. Diesmal präsentierte sich sein Team deutlich stabiler: Binnen weniger Minuten verkürzten Stutzke, der am Ende mit fünf Treffern erfolgreichster TSV-Schütze war, Kapitän Steinhauser, Poulsen und Sommerneuzugang Aho auf 8:12. In dieser Phase konnte Birlehm zusätzlich einen Siebenmeter entschärfen, doch auch Portner zeigte zuvor schon seine Klasse und wehrte nach rund 11 Minuten sowie nach 12:40 Minuten jeweils einen Strafwurf für Magdeburg ab. Ein Rückschlag folgte, als Stutzke in der 26. Spielminute bereits seine zweite Zeitstrafe erhielt. Magdeburg nutzte die Überzahl konsequent: Neuzugang Elvar Örn Jónsson traf doppelt und stellte den Spielstand auf 8:14. Hannover bemühte sich in der Schlussphase der ersten Hälfte um Schadensbegrenzung: zwei Treffer von Stutzke und einer von Feise kurz vor dem Pausenpfiff sorgten schließlich für den 11:15-Halbzeitstand. In den ersten 30 Minuten bestimmten vor allem die Rückraumspieler des Champions-League-Siegers aus Magdeburg das Spiel. Sie erzielten 13 der insgesamt 15 Treffer und bestimmten damit maßgeblich das Angriffsspiel.

Mit Beginn der zweiten Hälfte schickte Prokop Simon Gade ins Tor, Pedersen und Steinhauser bildeten die Außenpositionen hingegen Aho, Tissier und Uscins, der in der Abwehr mit Fischer wechselte, den Rückraum bildeteten. Solstad startete am Kreis. Sergey Hernández startete für den SCM im Tor und zeigte gleich zu Beginn mit einer beeindruckenden Doppelparade sein Können und reihte sich nahtlos an die gute Leistung seines Gespannpartners Portner ein. Auch Gade konnte sich in seiner ersten Aktion des Tages direkt mit einer Parade auszeichnen. Die erste drei Treffer der zweiten Halbzeit waren allesamt vom Siebenmeterstrich: Pedersen traf zweimal für die TSV Hannover-Burgdorf auf Seiten des Gegners traf Sommerneuzugang Sebastian Barthold vom Strich, sodass es nach etwa vier gespielten Minuten im Durchgang zwei 13:16 stand. Danach nahm das Spiel ordentlich Tempo auf, zwar ging Magdeburg zwischenzeitlich mit fünf Toren in Vorsprung, dennoch stellte Steinhauser den drei-Tore-Rückstand beim 16:19 noch vor der 40-Minuten-Marke wieder her, den der starkspielende Weber beim 16:20 allerdings wieder ausbauen konnte. In der anschließenden Spielphase unterliefen beiden Mannschaften innerhalb von nur einer Minute jeweils zwei Ballverluste. Dennoch entstand der Eindruck, dass die TSV Hannover-Burgdorf wieder in Schlagdistanz kommen könnte, obwohl Hernandez nach rund 41 Minuten einen Siebenmeter entschärfte. Aber auch Gade setzte ein wichtiges Zeichen, als er beim Stand von 18:21 einen Strafwurf von Barthold parieren konnte. Steinhauser brachte die Niedersachsen nur kurz darauf auf zwei Treffer heran (19:21). Wie bereits in der ersten Halbzeit nahm Prokop nach etwa drei Vierteln der Spielzeit eine Personalrotation vor. Feise, Stutzke, Tissier, Poulsen, Weber und Fischer übernahmen nun sowohl offensiv als auch defensiv. Trotz einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Jönsson gelang es der Mannschaft nicht, den Spielstand zu verkürzen, da Hernandez erneut einen Siebenmeter parieren konnte. Die TSV Hannover-Burgdorf konnte sich nun bei Gade bedanken, der mit zwei Paraden in nicht mal einer Minute dafür sorgte, dass der Rückstand nicht anstieg. Dennoch machte Weber auf Seiten der Sachsen-Anhalter das 19:23. Zur letzten Auszeit der Begegnung, knapp neun Minuten vor Spielende, lag der Spielstand bei 20:24. Prokop reagierte, und wechselte Aho für Tissier ein. Gade zeigte erneut seine Klasse, indem er einen weiteren Siebenmeter hielt (51:40 Minute). Nach der Auszeit gelang es den RECKEN nur noch, einen weiteren Treffer zu erzielen. Hinzu kam die dritte zweiminütige Zeitstrafe gegen Lukas Stutzke, die in einer roten Karte und dem vorzeitigen Ausscheiden vom Spielfeld mündete. Unter diesen Umständen reichte es nicht aus, um gegen einen so starken Gegner wie den SC Magdeburg zu bestehen. Die Magdeburger nutzten die nun wieder vermehrten Fehler der Hannoveraner konsequent aus und setzten sich letztlich deutlich mit 21:30 durch.

„Es war ein sehr intensives, temporeiches Spiel. Mir hat gefallen, dass wir mit sehr viel Geschwindigkeit auch im Angriff gespielt haben – leider haben wir es aber nicht geschafft, unsere herausgespielten Chancen bei Portner oder Hernandez effektiv genug unterzubringen. Dazu vergeben wir vier Siebenmeter und machen in der zweiten Halbzeit vier/fünf Abspielfehler. Die Magdeburger nutzen das, um nach einem Zwei-Tore-Rückstand wieder auf letztendlich neun Tore Abstand zu erhöhen. Dementsprechend ist das Ergebnis sicherlich nicht schön. Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass wir auf dem richtigen Weg sind – haben aber noch einiges aufzuarbeiten. Dafür wird das kommende Wochenende mit drei Spielen gegen Top-Gegner sehr aufschlussreich werden“, betont Prokop nach seinem „Heimspiel“ in Köthen und richtet den Blick bereits auf den am kommenden Wochenende von Freitag bis Sonntag stattfindenden Heide-Cup in Schneverdingen.

DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier, Vilhelm Poulsen (1), Renars Uscins, Maxim Orlov, August Pedersen (2), Marius Steinhauser (4), Marian Michalczik, Sindre Aho (3), Lukas Stutzke (5), Thomas Solstad (2), Justus Fischer (1), Hannes Feise (1), Daniel Weber (2)