In einer Begegnung, in der die TSV Hannover Burgdorf 50 Minuten lang dem großen Meisterschaftsfavoriten SC Magdeburg Paroli bieten konnte, verlieren die Niedersachsen beim amtierenden Champions League Sieger mit 30:35. Zur Halbzeit stand ein ausgeglichener Spielstand von 17:17 auf der Anzeigetafel. „Wir haben über weite Strecken eine gute Arbeit geleistet“, äußert sich Marian Michalczik nach dem Spiel am Dyn-Mikrofon, der mit elf Assists im Angriff voran ging.
Obwohl beide Mannschaften zunächst ihren jeweils ersten Angriff ungenutzt ließen, entwickelte sich eine deutlich torreichere Begegnung als noch im Hinspiel. Das erste Tor erzielte Michalczik nach 2:08 Minuten zum 1:0. Diese Führung mit einem Tor Unterschied, die die Magdeburger zunächst immer wieder ausgleichen konnten, hielt bis zum 4:3 ebenfalls durch Michalczik in der 5:06 Minute. Gerade zu Beginn der Partie präsentierte sich der Spielmacher sehr treffsicher. Der Start aus Sicht der Niedersachsen verlief sogar noch besser: Nachdem Joel Birlehm, der im Tor der RECKEN begann, nach etwas mehr als fünf Minuten seine erste Parade feiern konnte, war es auf der Gegenseite Marius Steinhauser, der im Tempogegenstoß nach 5:21 Minuten zum 5:3 traf und damit eine Zwei Tore Führung herstellte. Justus Fischer bestätigte diese Führung beim 7:5 nach 7:49 Minuten erneut. Allgemein bestrafte die TSV Hannover-Burgdorf die wenigen Offensivfehler der Magdeburger nahezu konsequent im Tempospiel. Anschließend mussten die RECKEN jedoch einen 0:3 Lauf hinnehmen. Magnus Saugstrup sorgte nach ziemlich genau elf Spielminuten beim 7:8 für den ersten Rückstand der Begegnung. Nach 11:25 Minuten erzielte Renars Uscins, der von Michalczik mit einem sehenswerten Kempa Anspiel bedient wurde, den Treffer zum 8:8 Ausgleich. Damit stand bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Begegnung das Halbzeitergebnis aus dem Hinspiel auf der Anzeigetafel. In der Folge konnte die TSV Hannover Burgdorf einen Rückstand von einem Tor zunächst immer wieder ausgleichen. Simon Gade parierte nach ziemlich genau der Hälfte des ersten Durchgangs zudem einen Siebenmeter gegen Omar Ingi Magnusson. Dennoch war es jener Magnusson, der mit insgesamt zwölf Treffern bester Torschütze der Partie wurde und nach 16:41 Minuten für den ersten Zwei Tore Rückstand zum 9:11 sorgte. Dem SC Magdeburg gelang es anschließend, diesen Vorsprung weiter auszubauen. Nach 26:20 Minuten erhöhte Matthias Musche per Siebenmeter auf 14:17. Juan Carlos Pastor reagierte mit seiner ersten Auszeit und stellte seine Mannschaft optimal auf die Schlussphase der ersten Halbzeit ein: Sein Team startete daraufhin einen 3:0-Lauf. Birlehm, der zur Mitte der ersten Halbzeit für Gade im Tor Platz gemacht hatte, kehrte für einen Siebenmeter noch einmal zwischen die Pfosten zurück und parierte den Versuch von Musche (28:08 Minute). Wenig später erzielte Pedersen 31 Sekunden vor der Pause den Treffer zum 17:17. Tim Hornke hatte nach Ablauf der Spielzeit noch die Möglichkeit, per Siebenmeter zu treffen, setzte den Aufsetzer jedoch an die Latte.
Die zweite Halbzeit begann zunächst mit einer Hypothek aus Sicht der RECKEN: Gisli Kristjansson traf nach knapp einer halben Minute nach Wiederanpfiff zum 17:18, zudem musste Michalczik aufgrund seiner zweiten Zwei-Minuten-Strafe zunächst auf der Bank Platz nehmen. Dennoch verlor die TSV Hannover-Burgdorf nicht den Faden. Zwar scheiterte Pedersen in der 33:32 Minute mit einem Siebenmeter an Sergey Hernandez, doch eine deutliche Steigerung in der Abwehr brachte die Niedersachsen zurück in die Partie. Uscins traf fünfeinhalb Minuten nach Wiederbeginn zum 20:19 und stellte damit die erneute Führung für die Niedersachsen her. Kapitän Steinhauser baute diesen Vorsprung in der 36:35 Minute sogar auf zwei Tore zum 22:20 aus. Anschließend rückte das Schiedsrichtergespann Julian Köppl und Denis Regner in den Mittelpunkt. Nach dem Anschlusstreffer von Felix Claar zum 22:21 blieb dieser zunächst liegen. Den daraus entstehenden Vorteil im folgenden Angriff der RECKEN unterbrachen die Schiedsrichter, wodurch die mögliche Überzahlsituation nicht zustande kam. Nach vehementen Protesten von der Magdeburger Bank, für die die Bank die gelbe Karte bekommen hat, sahen sich die Unparteiischen die Szene noch einmal per Videobeweis an und verzichteten auf eine Strafe gegen den Hannoveraner Verteidiger. Kurz darauf erzielte Christian O’Sullivan in der 37:48 Minute den Ausgleich zum 22:22. Wenig später kam es zu einer ähnlichen Situation auf der anderen Seite. Fischer wurde im Angriff von Oscar Bergendahl am Arm gehalten, doch die Schiedsrichter ließen zunächst weiterlaufen und unterbrachen die Partie nicht. Im direkten Gegenzug gelang Magdeburg ein vermeintlicher Treffer. Zunächst verhängten Köppl und Regner eine Zwei-Minuten-Strafe gegen die Magdeburger Bank, anschließend überprüften sie das Foul an Fischer per Videobeweis, nahmen den Treffer zurück und entschieden auf Siebenmeter für die TSV Hannover-Burgdorf, welchen Pedersen jedoch erneut nicht gegen Hernandez verwandeln konnte (38:50 Minute). Weil Gade im Gegenzug parierte, brachte Steinhauser die RECKEN in der 39:35 Minute mit dem Treffer zum 23:22 wieder in Führung. Diese Führung hielt allerdings nicht lange. Magnusson, mit dem die Hannoveraner Abwehr große Schwierigkeiten hatte, sorgte nach knapp 42 Minuten für den erneuten Führungswechsel zum 23:24. Das heutige Geburtstagskind Oscar Bergendahl erhöhte in der 43:34 Minute sogar auf 24:26 für den SC Magdeburg. Die TSV Hannover-Burgdorf blieb jedoch im Spiel. Nach einer engagierten Abwehrphase gelang Jonathan Edvardsson, der unter der Woche seinen Vertrag bis 2028 verlängert hatte, in der 45:51 Minute der Ausgleich zum 26:26. Mit zunehmender Spieldauer übernahm jedoch der SC Magdeburg die Kontrolle über die Begegnung. Uscins erzielte bei etwas mehr als neun verbleibenden Minuten den Anschlusstreffer zum 28:29 und damit aus Sicht der RECKEN leider den vorletzten in der gesamten Partie. In der Schlussphase setzte sich der amtierende Champions-League-Sieger weiter ab, auch weil Torhüter Hernandez mehrere Paraden verbuchen konnte. Claar sorgte bei etwas mehr als fünf verbleibenden Minuten mit seinem Treffer zum 28:33 für die erste Fünf-Tore-Führung der Partie. Diesen Vorsprung konnte die TSV Hannover-Burgdorf bis zum Ende nicht mehr verkürzen, sodass die Begegnung schließlich mit 35:30 für den SC Magdeburg endete.
„Ich bin stolz auf meine Mannschaft, denn wir waren über 50 Minuten hinweg gut im Spiel. In der ersten Halbzeit hatten wir vor allem in der Abwehr einige Probleme. Magdeburg hat unsere Verteidiger immer wieder gezielt attackiert. Trotzdem haben wir uns stabilisiert, sodass wir zur Halbzeit verdient ausgeglichen standen. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann mehr Schwierigkeiten im Angriff. Defensiv haben wir uns zwar verbessert, aber es gab einen entscheidenden Moment, in dem wir einige wichtige Würfe nicht nutzen konnten. Gleichzeitig hat Sergey Hernandez in dieser Phase mehrere sehr wichtige Paraden gezeigt. Dadurch ist das Spiel letztlich gekippt und wir konnten uns diese Bälle nicht mehr zurückholen. Wie gesagt: Ich bin stolz darauf, wie meine Mannschaft heute gespielt hat. Trotzdem haben wir verloren und natürlich darf niemand damit zufrieden sein. Auf dieser Basis können wir weiterarbeiten und uns als Mannschaft entwickeln. Wir müssen jedoch jedes Spiel mit derselben Einstellung angehen. Wenn wir so auftreten, können wir gegen jede Mannschaft mithalten“, erklärt Juan Carlos Pastor auf der anschließenden Pressekonferenz.
DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Vilhelm Poulsen, Renars Uscins (7), August Pedersen (8), Marius Steinhauser (5), Marian Michalczik (3), Sindre Aho, Thomas Solstad, Johannes Thiel, Justus Fischer (5), Hannes Feise, Daniel Weber, Luis Rodriguez, Fabrice-Joel Wolf
Nach dem Auswärtsspiel in der EHF European League gegen RK Nexe am Dienstag empfängt die TSV Hannover-Burgdorf am Freitag, den 13. März, den HSV Hamburg in der heimischen RECKEN-Festung. Anwurf der Begegnung des 25. Spieltags ist um 19:00 Uhr. Ein frühzeitiger Ticketkauf wird empfohlen, da die Partie nahezu ausverkauft ist. Zudem besteht die Möglichkeit, sich im Foyer neben dem Fanshop am Stand des Norddeutsches Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) zu informieren und sich typisieren zu lassen, um auf diese Weise den Kampf gegen Blutkrebs zu unterstützen. Tickets für dieses Spiel sowie für die weiteren Begegnungen der restlichen Spielzeit können im Online-Ticketshop, über die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen gesichert werden.