Genau 80 Tage liegen zwischen dem letzten Bundesligaspiel der Mannschaft von Christian Prokop und dem Eröffnungsspiel der DAIKIN Handball-Bundesliga-Saison 2025/26. Gegner im letzten Spiel der zurückliegenden Saison und auch im morgigen Eröffnungsspiel ist der traditionsreiche VfL Gummersbach.
In der Saison 2024/25 mussten sich die Niedersachsen in beiden Begegnungen geschlagen geben. Wie auch in diesem Jahr bildete das Heimspiel gegen den VfL in der RECKEN-Festung den Auftakt in die neue Saison. Trotz einer starken Leistung von Rechtsaußen Marius Steinhauser, der zehn Treffer erzielte, unterlagen die Niedersachsen mit 28:32. Entscheidenden Anteil am Gummersbacher Sieg hatte Torhüter Dominik Kuzmanović, der bei seinem Bundesliga-Debüt gleich 18 Paraden verzeichnete. Im Rückspiel am 34. Spieltag war es Keeper Bertram Obling, der mit einer Fangquote von 53 Prozent zum Matchwinner avancierte und den RECKEN beim deutlichen 29:39 die Grenzen aufzeigte. Hoffnung für die neue Spielzeit macht jedoch das jüngste Aufeinandertreffen im Rahmen des Heide-Cups in Schneverdingen. Dort setzten sich die RECKEN nach Siebenmeterwerfen mit 30:28 durch, nachdem sie zur Pause noch im Rückstand gelegen hatten. Trainer Prokop zeigte sich im Anschluss zufrieden und lobte insbesondere die stabile Abwehr, das Tempospiel und die disziplinierte Angriffsleistung seiner Mannschaft.
Der VfL Gummersbach geht nahezu unverändert in die neue Saison. Während viele Konkurrenten ihren Kader neu formierten, blieb bei den Oberbergischen die personelle Fluktuation gering. Lediglich Rückraumspieler Giorgi Tskhovrebadze wechselte zum kroatischen Hauptstadtklub RK Zagreb. Außerdem wurden die beiden Talente Anel Durmić, der jüngst im Finale der U-19-Weltmeisterschaft den entscheidenden Siebenmeter gegen Spanien parierte und so zum Finalheld wurde, sowie Tom Koscheck verliehen. Mit Kay Smits und João Gomes hat der VfL zwei neue Linkshänder für den Rückraum verpflichtet. Smits konnte bei seinem früheren Klub SG Flensburg-Handewitt aufgrund einer Herzerkrankung in der Vergangenheit nur selten mitwirken und möchte in Nordrhein-Westfalen nun einen Neuanfang starten. Besonders spannend ist der Spielertyp Gomes. Mit einer Körpergröße von 1,79 Metern ist er der kleinste Spieler im gesamten Kader. Dennoch überzeugt er durch Schnelligkeit und die Fähigkeit, auch auf der Rückraum-Mitte eingesetzt werden zu können. Zudem hat er mit erst 22 Jahren ein hohes Entwicklungspotenzial und kann bereits Einsätze in der Nationalmannschaft sowie in der Champions League vorweisen.
Auch Teitur Örn Einarsson zählt zu den Linkshändern im Rückraum. Der Isländer ist zudem in der Lage, auf Rechtsaußen zu spielen, was er zuletzt beim Heide-Cup unter Beweis stellte, als er von dieser Position auch wichtige Impulse setzen konnte. Diese Vielseitigkeit ist von besonderer Bedeutung, da Neunationalspieler Mathis Häseler, der eigentlich gemeinsam mit Lukas Blohme die Rechtsaußenposition bildet, derzeit aufgrund einer Fußverletzung ausfällt. Ebenso wird Miro Schluroff zum Saisonstart nicht einsatzfähig sein. Der junge Nationalspieler musste sich einer Meniskusoperation unterziehen und benötigt noch Zeit zur Genesung.
Beim Heide-Cup ereigneten sich weitere Verletzungen. Julian Köster zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu, konnte aber bereits in den folgenden Testspielen, unter anderem beim 40:37-Erfolg gegen den THW Kiel, wieder auflaufen. Weniger glimpflich verlief es für Ole Pregler, der einen Muskelfaserriss erlitt. Laut Mannschaftsarzt Dr. Jan Vonhoegen handelt es sich jedoch nicht um eine schwerwiegende Verletzung, sodass man hofft, den Mittelmann rechtzeitig zum Saisonstart wieder einsetzen zu können.
Abgesehen von der Hüftbeugerverletzung von Vilhelm Poulsen blieb die TSV Hannover-Burgdorf von größeren Blessuren verschont. Einzig Leif Tissier musste ein Testspiel aufgrund eines sogenannten ‚Pferdekusses‘ aussetzen, während zuletzt auch Thomas Solstad vorsorglich wegen einer leichten Achillessehnenverletzung pausierte. Nun gilt es, die in der Sommervorbereitung erarbeitete Eingespieltheit auch auf dem Parkett in Zähler umzusetzen. „Wenn bei uns Griffigkeit und Emotionalität stimmen, können wir richtig etwas erreichen. Sind wir jedoch zu fahrig, werden wir nur eine von vielen Mannschaften sein“, warnt Prokop vor der bevorstehenden Saison.
Wie gewohnt werden alle Begegnungen der Daikin Handball-Bundesliga über den Streamingdienst Dyn übertragen. Aufgrund des Saisonauftakts beginnt die Übertragung der Partie bereits um 18:30 Uhr, der Anpfiff erfolgt um 19:00 Uhr. Karsten Petzrika und Stefan Kretzschmar kommentieren das Spiel.
Die Stimmen im Vorfeld bekommst du hier:
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