Zum 1000-jährigen Stadtjubiläum der Stadt Nienburg waren die RECKEN zu einem besonderen Freundschaftsspiel bei der HSG Nienburg eingeladen. In der stimmungsvollen Kreisberufsschulhalle traf die TSV Hannover-Burgdorf auf den Regionalligisten, der in seiner Staffel auf die Zweitvertretung der RECKEN treffen wird, und boten den zahlreichen Zuschauern ein tolles Handballevent.
Die Partie endete mit 47:20 für den Favoriten aus der niedersächsischen Landeshauptstadt. Bereits zur Pause lag die Mannschaft um Cheftrainer Christian Prokop mit 24:10 in Führung. Bis auf den weiterhin verletzten Jonathan Edvardsson sowie Luis Rodriguez, der im heutigen Testspiel für Eintracht Hildesheim gegen GWD Minden im Einsatz war, standen alle Spieler des aktuellen Bundesliga-Kaders zur Verfügung.
Zum Auftakt der Spielzeit 2025/26 präsentierte das Trainerteam der RECKEN im ersten Testspiel folgende Startaufstellung: Simon Gade begann im Tor, auf der linken Außenbahn startete Sommerneuzugang August Pedersen. Im Rückraum liefen Leif Tissier, ebenfalls neu im Team, sowie Marian Michalczik und Renars Uscins auf. Auf Rechtsaußen agierte Mannschaftskapitän Marius Steinhauser, am Kreis begann Justus Fischer. Den ersten Treffer der neuen Saison erzielte Tissier, der sich im Eins-gegen-Eins gekonnt durchsetzte und mit dem ersten Angriff des Spiels die 1:0-Führung für die TSV Hannover-Burgdorf markierte. Die Gastgeber aus Nienburg konnten zwar kurz darauf beim 1:2 aus RECKEN-Sicht in Führung gehen, doch dies blieb die einzige Führung der HSG im gesamten Spielverlauf. Angeführt von einem gut aufgelegten Gade im Tor, der bereits in den ersten zehn Minuten vier Paraden verzeichnen konnte, übernahm der Bundesligist rasch wieder die Kontrolle. Beim Stand von 9:3 hatte sich die TSV bereits einen komfortablen Vorsprung erspielt. Besonders auffällig war in dieser Anfangsphase Pedersen, der über Linksaußen drei Treffer beisteuerte. Kurz vor der 15-Minuten-Marke nahm Prokop eine Auszeit beim Stand von 12:5, um taktische Impulse zu setzen und durchzuwechseln. Auf dem Feld blieben lediglich Gade sowie die beiden Außenspieler Pedersen und Steinhauser. Im Rückraum kamen mit Lukas Stutzke, Sindre Aho und Vilhelm Poulsen drei frische Kräfte, am Kreis ersetzte Thomas Solstad Justus Fischer. Aho konnte sich unmittelbar nach seiner Einwechslung mit einer herausgeholten Zwei-Minuten-Zeitstrafe direkt auszeichnen. Insgesamt agierte die TSV Hannover-Burgdorf sehr diszipliniert. Während die HSG Nienburg vier Zeitstrafen kassierte, spielte der Bundesligist die gesamte Partie in Vollbesetzung. Den zwischenzeitlichen Zehn-Tore-Vorsprung zum 15:5 erzielte Poulsen nach einem starken Doppelblock in der Abwehr durch den Innenblock Solstad/Stutzke. Trainer Prokop lobte diese Szene gut hörbar von der Seitenlinie. Die HSG Nienburg leistete sich in dieser Phase zu viele technische Fehler und ungenaue Abspiele, was Hannover konsequent bestrafte. Steinhauser erhöhte mit einem weiteren Treffer auf 18:5. Zwar gelang der HSG mit einem kurzen 3:0-Lauf der Anschluss zum 18:8, doch Gade im Tor vereitelte weitere Chancen und leitete prompt den Gegenstoß zum 21:8 durch Solstad ein. Beim Halbzeitstand von 24:10 war die Partie bereits deutlich zugunsten der Mannshaft aus der niedersächsischen Landeshauptstadt erschienen. Eine kleine Randnotiz zur Pause: In der Siebenmeter-Statistik lag die HSG leicht vorn, sie verwandelte einen ihrer beiden Strafwürfe, der Vorjahres Sechste aus der stärksten Handball-Liga der Welt hingegen scheiterte bei beiden Versuchen.
Nach der Pause, in der der Gastgeber eine Tombola veranstaltete und die Preise an die glücklichen Gewinner überreichte, sahen die Zuschauer erneut eine veränderte Aufstellung der RECKEN. Im Tor stand nun Joel Birlehm, auf den Außenpositionen spielten Hannes Feise und Daniel Weber. Am Kreis übernahm Fischer wieder seine angestammte Position, im Rückraum begannen Tissier, Sommer-Neuzugang Maxim Orlov sowie Uscins. In der Abwehr bildete Orlov gemeinsam mit Fischer den Innenblock. Gleich mit seinem ersten Wurf erzielte der aus Potsdam gekommene Orlov sein erstes Tor für die RECKEN, das zugleich der zweite Treffer der zweiten Halbzeit zum 26:10 war. Es vergingen über fünfeinhalb Minuten, ehe Nienburg das erste Tor nach dem Seitenwechsel zum 29:11 erzielte. Nachdem Fischer das 30:11 markierte, traf ein Nienburger Spieler spektakulär mit der rechten Hand von der für Rechtshänder ungewohnten rechten Außenposition zum 30:12. Hannes Feise erzielte nach einem präzisen Zuspiel von Uscins per Einläufer sein einziges Tor des Abends zum 31:13. Weber, ausgebildet in der eigenen RECKEN-Schmiede, zeigte sich ebenfalls in starker Form und erzielte binnen nicht einmal zwei Minuten zwei Treffer per Tempogegenstoß zum 34:14 und 35:14. Nienburgs Trainer Tobias Naumann nahm eine seiner Auszeiten nach etwa einer Viertelstunde in der zweiten Halbzeit und folgte damit dem Beispiel von Prokop aus Durchgang eins. Beide Teams nutzten die Gelegenheit zu weiteren Wechseln. Bei den RECKEN kamen Poulsen für Uscins, Michalczik für Tissier und Solstad für Fischer in die Partie. Nach der Auszeit glänzte besonders Birlehm im Tor. Innerhalb von knapp drei Minuten gelangen ihm vier Paraden, was den RECKEN ermöglichte, ihren Vorsprung weiter auszubauen. Rund zehn Minuten vor dem Ende erzielte Solstad im Nachwurf das 40:15, nachdem der sonst treffsichere Weber zuvor nur den Pfosten getroffen hatte. Danach zum ersten Mal in der Partie stellte Prokop nun auf einen Angriff-Abwehr-Wechsel um. Für den fehlerfrei agierenden Orlov kam Stutzke in der Defensive zum Einsatz, während Aho den offensiven Part übernahm. Die Stimmung in der Halle war durchweg großartig, insbesondere wenn der treffsichere Bjarne Niemeyer für die Gäste aus Nienburg erfolgreich war. Der Linkshänder erzielte insgesamt sieben Treffer, darunter sicher verwandelte Siebenmeter gegen Joel Birlehm, den besten Siebenmetertorhüter der vergangenen Bundesliga-Saison. Den Schlusspunkt setzte schließlich ebenfalls ein Nienburger Spieler: Nikos Walther verwandelte einen Siebenmeter zum Endstand von 47:20.
Neben dem sportlichen Wettkampf stand insbesondere die Nähe zu den Fans im Mittelpunkt. Im Anschluss an die Partie nahmen sich die Spieler großzügig Zeit, um zahlreiche Foto- und Autogrammwünsche der Fans zu erfüllen. Den gelungenen Abend ließen beide Mannschaften anschließend bei einem gemeinsamen Essen in Nienburg ausklingen.
DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (2), Vilhelm Poulsen (3), Renars Uscins (2), Maxim Orlov (3), August Pedersen (6), Marius Steinhauser (6), Marian Michalczik, Sindre Aho, Lukas Stutzke (2), Thomas Solstad (7), Justus Fischer (8), Hannes Feise (1), Daniel Weber (7)
„Es war ein unterhaltsames Spiel mit einigen temporeichen Passagen bei saunahaften Temperaturen. Wir konnten gut durchwechseln, haben das Spiel in vier Quarter eingeteilt – und man hat gesehen, dass man dabei schon erste Abstimmungen und Erfahrungen sammelt. Es waren schöne Spielzüge dabei. Natürlich gibt es auch noch Dinge, die wir mitnehmen und verbessern wollen. Aber es war ein gelungener erster Test nach den ersten drei Trainingstagen“, sagte Prokop nach der Begegnung.