Ungewohnter Wochentag für die RECKEN in der EHF European League: Statt wie die übrigen Mannschaften, die ihr Viertelfinalhinspiel im zweithöchsten europäischen Vereinswettbewerb am heutigen Dienstag austragen, tritt die TSV Hannover-Burgdorf erst am morgigen Mittwoch um 20:45 Uhr bei der SG Flensburg-Handewitt an. Grund hierfür ist, dass die Heimspielstätte des nördlichsten Bundesligisten am heutigen Tag aufgrund einer Comedyveranstaltung nicht zur Verfügung steht.
Nicht lange ist es her, dass sich die beiden Kontrahenten gegenüberstanden. Im vorletzten Heimspiel der RECKEN Anfang des Monats unterlag die TSV Hannover-Burgdorf dem amtierenden European League-Sieger nur knapp mit 32:35. Es war das insgesamt 36. Pflichtspiel zwischen beiden Mannschaften, welches insbesondere durch den ehemaligen Flensburger und heutigen RECKEN-Spieler August Pedersen sowie SG-Kapitän Johannes Golla geprägt wurde. Beide erzielten jeweils elf Tore. Das morgige Hinspiel ist jedoch das erste Duell der beiden Teams in einem internationalen Pokalwettbewerb. Neben Pedersen kann auch Kapitän Marius Steinhauser auf eine Vergangenheit bei der SG zurückblicken.
Die Flensburger Pokalreise unterscheidet sich von der der RECKEN, die zunächst die Qualifikation für den Wettbewerb bestreiten mussten. Die SG startete direkt im Oktober des vergangenen Jahres in der Vorrundengruppe A. Dort setzte sich die Mannschaft von Cheftrainer Aleš Pajovič verlustpunktfrei als Gruppensieger gegen den französischen Vertreter Saint-Raphaël Var Handball, den spanischen Klub Irudek Bidasoa Irun sowie die rumänische Mannschaft Potaissa Turda durch.
Mit 4:0 Punkten zog Flensburg in die Hauptrundengruppe I ein. Dort traf das Team auf den deutschen Rekordmeister THW Kiel sowie auf den letztjährigen Finalisten der European League, Montpellier Handball. Gegen die Franzosen gelang ein 40:35-Heimsieg, im Auswärtsspiel musste jedoch eine Drei-Tore-Niederlage hingenommen werden. Beide Partien gegen den THW Kiel gingen verloren. Dennoch reichte es am Ende, gerade wegen der mitgenommen Punkte aus der Vorrunde, um sich für die Play-Offs um das Viertelfinale zu qualifizieren. Die Mannschaft von Trainer Juan Carlos Pastor qualifizierte sich direkt für das Viertelfinale und ersparte sich damit den Umweg über die Play-Offs.
In den Play-Offs trafen die Schleswig-Holsteiner auf den dänischen Vertreter Skanderborg Aarhus Håndbold. Bereits im Hinspiel verschaffte sich Flensburg mit einem 38:32-Auswärtssieg eine gute Ausgangsposition, sodass im Rückspiel ein 33:33-Unentschieden zum Einzug in das nun anstehende Viertelfinale genügte.
Somit bestritten beide Mannschaften in dieser Saison bereits zwölf Partien im internationalen Wettbewerb. Ein statistischer Vergleich zeigt, dass die RECKEN mit einer Wurfeffizienz von 66,8 Prozent eine minimal bessere Quote als die morgigen Gastgeber aufweisen, die bei 65,1 Prozent liegen. Die SG erzielte in den bisherigen zwölf Spielen bereits 420 Tore, die drittmeisten aller Teams. Die TSV Hannover-Burgdorf kommt auf 386 Treffer und belegt damit Rang fünf in dieser Statistik.
Mit dem deutschen Nationalspieler Marko Grgic stellen die Norddeutschen den fünftbesten Torschützen des Wettbewerbs, der bislang 70 Tore erzielt hat. Der erfolgreichste RECKEN-Werfer ist Justus Fischer mit 54 Treffern, was Rang 16 in der Torschützenliste bedeutet. Der Kreisläufer weist jedoch eine Wurfquote von 76,1 Prozent auf und damit einen deutlich besseren Wert als sein Nationalmannschaftskollege Grgic, der bei 55,1 Prozent liegt.
Die Niedersachsen, die am Sonntag noch in der heimischen RECKEN-Festung gegen den TBV Lemgo Lippe antreten mussten, reisen bereits am heutigen Dienstag in den hohen Norden, nachdem sie sich sowohl am gestrigen Montag als auch heute gezielt auf die Flensburger vorbereitet haben. Die Gastgeber konnten sich aufgrund ihres Heimspiels am Freitagabend gegen die MT Melsungen bereits frühzeitig auf die morgige Begegnung einstellen und bleiben zudem von einer Anreise verschont.
Die Begegnung wird ebenso wie alle Partien in der Daikin Handball Bundesliga und im DHB-Pokal live und im Anschluss auf Abruf beim Streamingdienst Dyn übertragen. Die Übertragung beginnt um 20:35 Uhr.