Es war alles angerichtet für das entscheidende Rückspiel im Viertelfinale der EHF European League: ein ausverkauftes Haus mit 4.100 Zuschauern und eine bereits vor dem Anpfiff herausragende Stimmung auf den Rängen. Dennoch unterlag die TSV Hannover-Burgdorf dem Favoriten SG Flensburg-Handewitt mit 35:43, nachdem es zur Halbzeit noch 20:22 gestanden hatte. Die RECKEN, die erstmals eineinhalb Minuten vor dem Halbzeitpfiff in Rückstand geraten waren, verspielten sowohl zum Ende der ersten Hälfte als auch zu Beginn der zweiten Halbzeit ein besseres Ergebnis. Ungeachtet dessen kann die Mannschaft stolz auf ihre Leistungen in der gesamten Europapokalsaison sein.
Die Niedersachsen erwischten einen perfekten Start in die Partie. Jonathan Edvardsson eröffnete bereits nach 35 Sekunden mit dem Treffer zum 1:0. Wie schon im Hinspiel beim 39:39 fielen im Übrigen insgesamt 78 Tore. Zunächst gelang es den Gästen aus dem Norden immer wieder, den Spielstand auszugleichen. Joel Birlehm, der im Hinspiel mit 13 Paraden ein entscheidender Faktor gewesen war, leitete die erste Zwei-Tore-Führung mit einer Parade ein: Nach 6:15 Minuten traf Justus Fischer zum 7:5. Zu diesem Zeitpunkt wies der TSV-Angriff noch eine hundertprozentige Wurfquote auf. In der Folge pendelte die Führung zwischen einem und zwei Toren, ehe Marko Grgic in der 11:20 Minute zum 9:9 ausglich. Zuvor musste sein Teamkollege Domen Novak nach einem überharten Einsteigen gegen August Pedersen in der 9:11 Minute mit einer direkten roten Karte des Feldes verwiesen werden. Angetrieben von der lautstarken Kulisse fanden die Niedersachsen jedoch nach dem zwischenzeitlichen Unentschieden zurück ins Spiel. Drei Minuten und 20 Sekunden nach dem Ausgleich erzielte Grgics Nationalmannschaftskollege Renars Uscins die 13:10-Führung für die TSV Hannover-Burgdorf und damit erstmals einen Vorsprung von drei Toren. Pedersen bestätigte diesen beim 15:12 in der 18:30 Minute, als er einen Abpraller nach einer Parade der SG verwertete. Kurz darauf erhöhte Uscins nach fast exakt 20 Minuten auf 16:13. In der Folge steigerte sich jedoch Benjamin Buric im Tor der Flensburger deutlich. Ein Beispiel dafür war seine Siebenmeterparade gegen Pedersen beim Stand von 18:17 nach 23:11 Minuten. Dennoch stellte Edvardsson in der 24:23 Minute mit dem Treffer zum 19:17 erneut eine Zwei-Tore-Führung her und sorgte damit scheinbar für eine ideale Ausgangslage für die Schlussphase der ersten Halbzeit. Was jedoch folgte, erwies sich rückblickend als spielentscheidend: Aus Sicht der Niedersachsen entwickelte sich ein 1:5-Lauf. Zwar gelang Leif Tissier, der am Ende mit zehn Treffern bester Werfer seiner Mannschaft war, in der 26:22 Minute noch das zwischenzeitliche 20:19, doch anschließend war der inzwischen eingewechselte Kevin Møller im Tor der Flensburger kaum zu überwinden. Niclas Kirkeløkke erzielte knapp eine Minute vor der Halbzeit den Treffer zum 20:22-Pausenstand.
Die zweite Halbzeit begann mit zwei technischen Fehlern im Angriff der Gastgeber. Trainer Juan Carlos Pastor reagierte bereits nach 1:33 Minuten mit einer Auszeit beim Stand von 20:25. In der Folge agierte Hannover nahezu durchgehend mit einem siebten Feldspieler im Angriff. Der unermüdlich kämpfende Tissier verkürzte nach 32:42 Minuten auf 23:26. In dieser Phase hätte das Momentum zugunsten der RECKEN kippen können, insbesondere als Simon Gade einen Siebenmeter von Emil Jakobsen parierte, der dänische Nationalspieler jedoch den Abpraller verwerten konnte zum 23:27 nach erst 3:10 gespielten Minuten. Da Torhüter Møller in der zweiten Halbzeit einen herausragenden Tag erwischte und gemeinsam mit Buric insgesamt 16 Paraden bei einer Quote von 31 Prozent verbuchte, geriet der Angriff der Niedersachsen zunehmend ins Stocken. Beim Stand von 23:29 nach 35:30 Minuten betrug der Rückstand bereits sechs Tore. Das Torhüterduo der RECKEN kam hingegen lediglich auf acht Paraden bei einer Quote von 15 Prozent, erhielt aber nur unzureichende Unterstützung durch die Abwehr. Kapitän Marius Steinhauser verkürzte zwar nach 38:46 Minuten noch einmal auf 27:31, doch näher als auf vier Tore kam Hannover im weiteren Spielverlauf nicht mehr heran. Letztmals gelang Fischer etwa zur Mitte der zweiten Halbzeit beim 31:35 eine Verkürzung auf vier Treffer. Anschließend setzte sich Flensburg zunächst auf sieben Tore ab und erhöhte später durch Torhüter Møller beim 34:42, knapp drei Minuten vor dem Ende, sogar auf acht Treffer. Bis zum Schlusspfiff verwalteten die Gäste diesen Vorsprung souverän, sodass am Ende ein 35:43 auf der Anzeigetafel stand.
DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (10), Vilhelm Poulsen, Renars Uscins (5), August Pedersen (4), Marius Steinhauser (4), Jonathan Edvardsson (5), Lukas Stutzke, Thomas Solstad (1), Justus Fischer (6), Hannes Feise, Daniel Weber, Luis Rodriguez, Fabrice Wolf
Zum nächsten Heimspieltag in der Daikin Handball-Bundesliga ist der SC DHfK Leipzig am Freitag, den 8. Mai, um 20 Uhr in der ZAG Arena zu Gast. Tickets für dieses Spiel sowie für die letzte Heimbegegnung dieser Spielzeit gegen die MT Melsungen können im Online-Ticketshop, über die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen gesichert werden.