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Ein Nachmittag zum Vergessen

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Vor 9.900 Zuschauern in der ausverkauften RECKEN-Festung erlebte die TSV Hannover-Burgdorf im Bundesligaduell mit Frisch Auf! Göppingen einen gebrauchten Nachmittag. Zu keinem Zeitpunkt der Partie gelang es den Hausherren, eine Führung zu übernehmen. Bereits zur Pause lagen sie mit 11:15 zurück, nach 60 Minuten zeigte die Anzeigetafel ein 22:28. Für den erkrankten Joel Birlehm rückte Torwarttrainer Nikolas Katsigiannis in den Kader, da die U23 zeitgleich beim SV Beckdorf im Einsatz war.

Es dauerte genau 5:44 Minuten, ehe Justus Fischer den ersten Treffer zum 1:2 erzielte. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich im eigenen Offensivspiel bereits mehrere technische Fehler sowie unpräzise Abschlüsse eingeschlichen, die sich bedauerlicherweise über weite Strecken der Partie hinweg fortsetzten. Simon Gade sorgte zwar früh in der Partie des 23. Spieltags für Stimmung in der ausverkauften Halle, als er beim Stand von 3:4 einen Siebenmeter von Marcel Schiller parierte (10:49 Minute), dennoch gelang es den RECKEN nur beim 4:4 durch Fischer (11:19 Minute) sowie beim 5:5 durch Renars Uscins (15:34 Minute) jeweils der Ausgleich. Uscins war mit neun Treffern bester Torschütze der Begegnung. Trotz personeller Einschränkungen auf den Linkshänderpositionen, da Frisch Auf! Göppingen lediglich mit jeweils einem Rückraumrechten und einem Rechtsaußen anreiste, präsentierte sich die Mannschaft taktisch flexibel. Erik Persson wurde im rechten Rückraum wiederholt durch Oskar Neudeck ersetzt, ohne dass dies zu Einbußen im Offensivspiel führte. Neudeck traf wenig später aus ungewohnter Position zum 5:7 und erhöhte damit nach etwas mehr als 17 Minuten auf zwei Tore Vorsprung. In derselben Minute verkürzte Uscins, der auffälligste TSV- Rückraumakteur, nochmals auf 6:7. Anschließend setzten sich die Gäste weiter ab. Beim 6:9 durch Rutger ten Velde nach fast 20 Minuten betrug der Rückstand erstmals drei Tore. Kristian Sæverås war in dieser Phase ein sicherer Rückhalt für Göppingen und kam in der ersten Halbzeit auf fünf Paraden bei einer Quote von 31 %. Gade verzeichnete bis dahin drei Paraden bei 19 %. Beim 8:12 durch Victor Klöve, knapp fünf Minuten vor der Pause, sah sich die TSV erstmals mit vier Treffern im Hintertreffen. Cheftrainer Juan Carlos Pastor brachte für die Schlussphase des ersten Durchgangs Katsigiannis zwischen die Pfosten, doch auch der erfahrene Schlussmann konnte dem Spiel keine Wende geben. 32 Sekunden vor der Pausensirene erhöhte Ludvig Jørmala auf den Halbzeitstand von 11:15.

Nachdem die Band Three Minute Picture passend zum Musik-Spieltag in der Halbzeitpause für Stimmung gesorgt hatte, kamen die RECKEN zunächst verbessert aus der Kabine. Der wieder zwischen die Pfosten gerückte Gade parierte gleich den ersten Wurf des zweiten Durchgangs gegen Persson. Im Angriff war es Uscins, der nach 31:43 Minuten zum 12:15 traf. Nach nahezu genau drei Minuten Spielzeit in der zweiten Hälfte verkürzte Fischer auf 13:15. Der Kreisläufer war damit der einzige Hannoveraner, der an diesem Nachmittag eine Trefferquote von 100 % aufweisen konnte. Der Rückstand der Gastgeber pendelte in der Folge zwischen drei und vier Toren. Kurz vor der 40-Minuten-Marke verkürzte August Pedersen per Siebenmeter auf 16:18. Der bei der jüngsten Europameisterschaft als bester Linksaußen ausgezeichnete Norweger verwandelte jedoch insgesamt nur drei seiner fünf Strafwürfe von der Siebenmeterlinie. In doppelter Unterzahl nach Zeitstrafen gegen Kapitän Marius Steinhauser in der 40:41 Minute sowie gegen Marian Michalczik in der 41:32 Minute setzten sich die Gäste weiter ab. Zunächst erhöhten sie innerhalb der Überzahlsituation auf 16:20, nach Ablauf der Strafen traf Elias Newel in der 44:27 Minute zum 17:22 und damit erstmals zu einer Fünf-Tore-Führung. Nur 18 Sekunden später baute ten Velde den Vorsprung auf 18:24 aus und stellte damit erstmals sechs Tore Differenz her. Sæverås, der bereits im Hinspiel als Matchwinner geglänzt hatte, steigerte sich nach der Pause weiter und kam am Ende auf elf Paraden bei einer Fangquote von 33 %. Abgesehen von der Parade unmittelbar nach Wiederanpfiff gelang Gade im zweiten Durchgang lediglich noch eine weitere Abwehraktion. Beim 18:25 durch Persson nach 49:05 Minuten führten die Göppinger sogar mit sieben Treffern. Auch taktische Anpassungen der RECKEN mit einer offensiveren Deckung, teils in einer  5:1-, phasenweise einer 3:2:1-Abwehrformation sowie dem siebten Feldspieler im Angriff brachten keine nachhaltige Wende. Ten Velde erhöhte knapp dreieinhalb Minuten vor dem Ende beim 20:28 sogar auf einen acht Tore Rückstand. Uscins betrieb in der Schlussphase mit einem Doppelpack noch Ergebniskosmetik und verkürzte auf den Endstand von 22:28.

DIE RECKEN: Simon Gade, Nikolas Katsigiannis, Leif Tissier (2), Vilhelm Poulsen, Renars Uscins (9), August Pedersen (4), Marius Steinhauser (4), Marian Michalczik, Jonathan Edvardsson, Sindre Aho, Thomas Solstad, Justus Fischer (3), Hannes Feise, Daniel Weber, Luis Rodriguez

Zum nächsten Heimspiel empfängt die TSV Hannover-Burgdorf bereits am Dienstag, den 3. März, um 20:45 Uhr die Kadetten Schaffhausen in der EHF European League. Das nächste Heimspiel in der stärksten Liga der Welt steigt am Freitag, den 13. März, um 19 Uhr in der RECKEN-Festung. Zu Gast am 25. Spieltag wird der HSV Hamburg sein. Tickets für diese Spiele sowie für alle weiteren Begegnungen der zweiten Saisonhälfte können im Online-Ticketshop, über die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen gesichert werden.