Der Traum vom Europapokal-Final4 lebt

Angeführt von einem überragend aufgelegten August Pedersen, der mit elf Toren bei elf Versuchen voranging, erkämpfte sich die TSV Hannover-Burgdorf dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung ein 39:39 im Viertelfinalhinspiel der EHF European League bei der SG Flensburg-Handewitt. In einer Begegnung auf Augenhöhe erspielten sich die RECKEN nach einem 19:20-Halbzeitrückstand eine gute Ausgangslage für das am kommenden Dienstag in der Swiss Life Hall stattfindende Rückspiel.

Nachdem die Partie aufgrund technischer Probleme am Zeitnehmertisch leicht verspätet begonnen hatte, dauerte es aus Sicht der RECKEN bis zur 3:36 Minute, ehe Pedersen beim 1:3 den ersten Treffer seiner Mannschaft erzielen konnte. Zu diesem frühen Zeitpunkt hatte SG-Torhüter Kevin Møller bereits vier Paraden verbucht. Die Niedersachsen, die zunächst in einer 5:1-Abwehrformation starteten und im Verlauf der ersten Halbzeit auf eine 6:0-Abwehr umstellten, kämpften sich jedoch zurück in die Begegnung. Torhüter Joel Birlehm erzielte nach einem starken Block von Justus Fischer den Treffer zum 4:4 in der 6:21 Minute und stellte damit den Ausgleich her. In der folgenden Phase gelang es den Tabellenzweiten der Daikin Handball Bundesliga, erneut die Führung zu übernehmen und sich mit ein bis zwei Treffern abzusetzen. Dies änderte sich nach 12:36 Minuten, als Pedersen beim 9:9 wieder ausgleichen konnte. Kurz darauf traf Fischer zum 10:10 in der 13:48 Minute. Der deutsche Nationalspieler erzielte etwa eine Minute später beim 11:10 die erste und zugleich einzige Führung der RECKEN im ersten Durchgang. Anschließend musste die Mannschaft um Kapitän Marius Steinhauser jedoch einen 0:3-Lauf hinnehmen, als Simon Pytlick nach 17:55 Minuten zum 11:13 traf. Die Niedersachsen ließen sich davon nicht beirren, kämpften sich erneut heran und glichen durch Jonathan Edvardsson mit Erreichen der 20-Minutenmarke zum 14:14 aus. Nach einer weiteren Parade von Birlehm, der in der ersten Halbzeit auf acht Paraden kam, während sein Gegenüber Møller neun verzeichnete, kam es zu einer kurzen Unterbrechung. Hannes Feise verletzte sich und musste nach einer kurzen Behandlungspause auf dem Spielfeld in Begleitung eines SG-Verantwortlichen, der ihn medizinisch betreute, die Spielfläche verlassen. Wieder mal eine Szene, die exemplarisch für den Handballsport steht. Später kehrte er mit einem Verband am Kopf auf die Bank zurück, konnte jedoch nicht mehr ins Spiel eingreifen. Danach war kurz die Luft aus dem Spiel raus, erst fünf Angriffe später konnte Emil Jakobsen per Siebenmeter zum 14:15 treffen (23:50 Minute). Bis zur Pausenführung durch Johannes Golla beim 19:20, 46 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff, blieb die SG durchgehend knapp in Führung, während die RECKEN immer wieder ausgleichen konnten.

Die zweite Halbzeit begann mit Ballbesitz für die Schleswig-Holsteiner, die sich nach 4:30 Minuten nach Wiederanpfiff eine Drei-Tore-Führung zum 21:24 erspielten. Trainer Juan Carlos Pastor reagierte mit einer Auszeit und seine Mannschaft konnte in der 39:05 Minute durch den spielbelebenden Edvardsson zum 25:25 ausgleichen. Zuvor hatte sich Birlehm mehrfach ausgezeichnet und kam am Ende ebenso wie die beiden SG-Torhüter insgesamt auf 13 Paraden. Zwar mussten die RECKEN zunächst weiterhin einem Rückstand hinterherlaufen, doch letztmals gelang es den Flensburgern beim 26:27 aus TSV-Sicht, die Führung zu behaupten. Anschließend erzielte Tissier in der 41:16 Minute das 28:27 und brachte seine Mannschaft wieder in Führung. In der Folge verloren die isländischen Schiedsrichter etwas ihre klare Linie aus der ersten Halbzeit und verhängten auf beiden Seiten vermehrt kleinliche Zwei-Minuten-Strafen. Dennoch gelang es den RECKEN, eine knappe Ein-Tore-Führung zu behaupten, die die Flensburger jedoch immer wieder ausgleichen konnten. Besonders bemerkenswert war dabei ein Treffer von Pedersen, der aus nahezu unmöglichem Winkel per Dreher zum 31:30 in der 47:25 Minute traf. Rund neun Minuten vor dem Ende verwandelte er zudem einen Siebenmeter zur 34:32-Führung und damit zur Zwei-Tore-Führung. Das heutige Geburtstagskind Renars Uscins baute diese Führung in selber Höhe mit seinem Treffer zum 35:33 in der 52:24 Minute aus, ehe Edvardsson nur 19 Sekunden später auf 36:34 erhöhte. Die SG Flensburg-Handewitt, die nicht ohne Grund Zweiter in der stärksten Liga der Welt ist, zeigte jedoch ihre Qualität und kämpfte sich durch Jakobsen zum 36:36 zurück (54:27 Minute). In der Schlussphase wurde es zunehmend hektisch. Niclas Kirkeløkke sah nach einem Foul an Uscins die direkte Rote Karte. Bis zum Ende gelang es den Niedersachsen leider nicht, sich entscheidend abzusetzen. Sie gingen zwar mehrfach in Führung, doch die Flensburger glichen jeweils aus. So endete eine torreiche Begegnung schließlich mit 39:39. Uscins hatte nach Ablauf der Spielzeit noch die Möglichkeit, per direktem Freiwurf den Siegtreffer zu erzielen, konnte diese Chance jedoch nicht nutzen.

„Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und sehr gut gegen diesen Gegner gespielt. Beim Ergebnis denke ich, dass wir vielleicht ein besseres Resultat verdient gehabt hätten, aber am Ende ist es uns entglitten. Jetzt geht es darum, uns auf das Rückspiel am Dienstag vorzubereiten. Meine Spieler haben im gesamten Spiel um jeden Ball gekämpft. Wir müssen weiterhin so bescheiden und fokussiert auftreten. Wir wollen unsere Abwehr verbessern, gerade mit Blick auf Dienstag. Das ist der Schlüssel für unser Spiel. Wir machen weiter und arbeiten weiter“, äußert sich Cheftrainer Pastor anschließend.

DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm (1), Leif Tissier (5), Vilhelm Poulsen, Renars Uscins (3), August Pedersen (11), Marius Steinhauser (2), Jonathan Edvardsson (5), Lukas Stutzke (3), Thomas Solstad (1), Justus Fischer (6), Hannes Feise, Daniel Weber (1), Luis Rodriguez, Fabrice Wolf

Zum Viertelfinal-Rückspiel der EHF European League empfängt die TSV Hannover-Burgdorf am Dienstag, den 5. Mai, um 18:45 Uhr in der Swiss Life Hall die SG Flensburg-Handewitt. Zum nächsten Heimspieltag in der Daikin Handball-Bundesliga ist der SC DHfK Leipzig am Freitag, den 8. Mai, um 20 Uhr in der ZAG Arena zu Gast. Tickets für diese Spiele sowie für die weiteren Begegnungen der restlichen Spielzeit können im Online-Ticketshop, über die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen gesichert werden.