Für die TSV Hannover-Burgdorf steht ein anspruchsvolles Heimspiel an. Am morgigen Samstagabend um 20 Uhr trifft die Mannschaft am Oster-Spieltag auf den nach den 26. Spieltag Tabellenzweiten der stärksten Liga der Welt, die SG Flensburg-Handewitt.
Die Flensburger waren unter der Woche zusätzlich im Einsatz und traten in den Play-offs der EHF European League an. Im Hinspiel gegen den dänischen Vertreter Skanderborg Aarhus Håndbold konnten sie mit 38:32 gewinnen. Bereits am kommenden Dienstag steht das Rückspiel an, in dem es um den Einzug in das Viertelfinale geht. Dort würde für die Mannschaft, die weiterkommt, die TSV Hannover-Burgdorf als Gegner warten, welche sich durch den ersten Tabellenplatz in der Hauptrundengruppe direkt für das Viertelfinale qualifizieren konnte.
Für zwei Spieler der RECKEN hat die Begegnung eine besondere Bedeutung. Kapitän Marius Steinhauser lief von 2017 bis 2022 für Flensburg auf und gewann in dieser Zeit zwei Meisterschaften sowie einen nationalen Supercup. Auch August Pedersen spielte von 2022 bis zum letzten Sommer für die Norddeutschen und gewann in dieser Zeit zweimal die European League.
Aus dem stark besetzten Kader der Flensburger ragen insbesondere die besten Torschützen heraus. Allen voran Emil Jakobsen, der bislang 152 Treffer erzielt hat. Lediglich Pedersen liegt ligaweit unter den Linksaußen mit 155 Toren noch vor ihm. Dahinter folgen Marko Grgić mit 144 Treffern sowie Simon Pytlick mit 142 Toren. Um Pytlick besteht derzeit ein hohes mediales Interesse. Der dänische Rückraumspieler wird zur Saison 2027/28 zu den Füchsen Berlin wechseln, wobei über einen vorzeitigen Transfer bereits zur kommenden Spielzeit spekuliert wird. Aufgrund einer Bauchmuskelverletzung fehlte der 25-Jährige zuletzt im Bundesligaspiel gegen GWD Minden, ebenso wie Niclas Kirkeløkke, der krankheitsbedingt aussetzen musste. Im Play-off-Spiel am Dienstag standen beide aber wieder im Kader.
Nicht zur Verfügung steht hingegen Lukas Jørgensen, der sich bei der Europameisterschaft im Winter einen Kreuzbandriss zuzog und in dieser Saison wohl nicht mehr für die Flensburger auflaufen wird. Der Däne wechselt im Sommer zum ungarischen Spitzenklub Veszprém. Ebenfalls verlassen werden den Verein Kapitän Johannes Golla, der zur MT Melsungen wechselt, sowie Torhüter Kevin Møller, der sich GOG Håndbold anschließt. Als kurzfristige Verstärkung wurde der bosnische Kreisläufer Adin Faljić bis Saisonende verpflichtet. Zur kommenden Spielzeit stoßen mit Emil Bergholt, Aymeric Minne und Simon Möller weitere namhafte Neuzugänge zum Team.
Die Bedeutung von Simon Pytlick für das Offensivspiel der Flensburger zeigt sich auch in der Vorlagenstatistik. Mit 78 Assists führt er diese vereinsintern an, gefolgt von Lasse Møller mit 58 und Grgić mit 55 Vorlagen. In der Defensive gehört Johannes Golla mit 15 Ballgewinnen in 26 Spielen zu den besten Akteuren der Liga. Damit weist er ebenso viele Steals auf wie Justus Fischer von den RECKEN, der allerdings drei Spiele weniger absolviert hat. Zudem stellt Flensburg mit Blaž Blagotinšek den Spieler mit den meisten Blocks der Liga (34 Blocks). Jakobsen zählt mit 32 Treffern aus Tempogegenstößen ebenfalls zu den effektivsten Spielern der Bundesliga. Hinter Welthandballer Mathias Gidsel belegt er den zweiten Platz in dieser Statistik.
Auch auf der Torhüterposition ist die SG Flensburg-Handewitt hervorragend besetzt. Mit Benjamin Burić und Møller verfügt der Verein über eines der konstantesten Gespanne der Liga. Burić kommt auf 179 Paraden bei einer Quote von 29,83 %, während Møller 145 Würfe bei einer Quote von 28,38 % entschärfen konnte. Damit stellt Flensburg, unter den Torhüterduos mit mehr als 20 Einsätzen, hinter den Rhein-Neckar Löwen und den Füchsen Berlin statistisch das drittbeste Gespann der Liga.
32-mal standen sich die morgigen Kontrahenten in der stärksten Liga der Welt bereits gegenüber. Dass es sich beim heutigen 33. Aufeinandertreffen um eine ungerade Zahl handelt, liegt daran, dass das Rückspiel in der aufgrund der Coronapandemie abgebrochenen Saison 2019/20 nicht stattfand. Die Bilanz spricht deutlich für die Schleswig-Holsteiner: Lediglich sechs Mal gelang es den RECKEN, als Sieger vom Platz zu gehen, drei Begegnungen endeten mit einem Unentschieden, während 23 Spiele verloren gingen. Ein Blick auf die letzten beiden Heimspiele in der RECKEN-Festung macht Hoffnung: In der vergangenen Saison setzte sich die TSV Hannover-Burgdorf mit 31:30 durch, in der Saison davor endete das Heimspiel mit einem 26:26-Unentschieden. In drei Aufeinandertreffen im DHB-Pokal konnten die morgigen Gäste zwei Begegnungen für sich entscheiden, während die TSV Hannover-Burgdorf einmal als Sieger vom Platz ging.
Ab 19:45 Uhr zeigt der Streamingdienst Dyn die Begegnung aus der RECKEN-Festung live. Im Anschluss kann das Spiel jederzeit auf Abruf angesehen werden.
Die Stimmen aus der Pressekonferenz bekommst du hier:
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