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„Müssen immer an unser Leistungsmaximum gehen“

Sven-Sören Christophersen im Exklusiv-Interview

Wenn die Saison 2018/19 am Sonntagnachmittag für die TSV Hannover-Burgdorf mit einem Auswärtsspiel beim VfL Gummersbach beginnt, wird Sven-Sören Christophersen in der Funktion des sportlichen Leiters erstmalig hinter der Bank sitzen. Eine interessante Zeit für den 33-Jährigen, die seit der Geburt seines zweiten Kindes am vergangenen Wochenende weiter an Dynamik gewonnen hat. „Es ist schön und zeitintensiv zugleich“, beschreibt Christophersen seinen aktuellen Gemütszustand. Im Interview mit www.die-recken.de spricht der gebürtige Lübecker über den bevorstehenden Saisonstart, seine neues Aufgabenfeld und die Erwartungen in der Jubiläumsspielzeit.

Herr Christophersen, ist ihre Gefühlslage vor dem ersten Spiel eine andere als noch als aktiver Spieler?

Christophersen: „Nicht wirklich, die Situation ist schon vergleichbar. Es ist eine Mixtur aus Anspannung und Vorfreude und die ersten Ergebnisse haben bereits gezeigt, dass uns eine spannende Spielzeit bevorsteht. Wir haben uns im Pokal und auch in weiten Teilen der Vorbereitung vernünftig präsentiert und wollen diese guten Ansätze in Gummersbach auf das Spielfeld bekommen.“

Die Konstellation ist etwas kurios. Ihre Mannschaft beendete die Saison in Gummersbach und hat dem VfL auch in der Vorbereitung zwei Mal gegenüber gestanden. Wie bewerten Sie das?

Christophersen: „Man sollte dies nicht überbewerten. Der VfL wird sich am Sonntag ganz anders präsentieren als im letzten Heimspiel der vergangenen Saison, wo sie sportlich bereits den Klassenerhalt gesichert hatten. Die Vorbereitung hat nochmal unterstrichen, dass wir immer an unser Leistungsmaximum gehen müssen, um erfolgreich zu sein. Dies wird mit Sicherheit auch am Sonntag der Fall sein.“

Worauf wird es für ihre Mannschaft besonders ankommen?

Christophersen: „Wir brauchen eine stabile Abwehrleistung im Verbund mit guten Torhütern. Da lag auch ein Schwerpunkt der täglichen Arbeit in der Vorbereitung. Aus dieser Deckung heraus wollen wir möglichst viele einfache Tore erzielen. Im Angriff wird es für uns darauf ankommen, die individuellen Stärken unserer Spieler im Sinne des Teamerfolges einzubringen.“

Das Team wurde in der Vorbereitung immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Kann dies zu Problemen führen?

Christophersen: „Ich betrachte das von zwei Seiten. Natürlich sind Verletzungen nicht schön, sie gehören aber zum Profisportlerleben dazu und bislang sind uns längerfristige Ausfälle glücklicherweise erspart geblieben. Ausfälle wie bei Kai oder Torge, die unser System schon kennen, sind schwer zu kompensieren, geben aber auch immer anderen Spielern die Möglichkeit, sich in den Vordergrund zu spielen. So hat Nejc Cehte viele Wiederholungszahlen bekommen und die Nachwuchsakteure aus der RECKEN-Schmiede wie Malte Donker und Jannes Krone haben sich nachhaltig in das Blickfeld unseres Trainerteams gespielt. Ärgerlich waren die Verletzungen von Domagoj Srsen und Urban Lesjak, da sie als Neuzugänge so direkt in ihrer Integrationsphase behindert wurden.“

Die Erwartungen rund um die Mannschaft sind nach der letzten Saison spürbar hoch. Teilen Sie die Euphorie?

Christophersen: „Ich kann ein Stück weit nachvollziehen, dass die öffentliche Wahrnehmung so ist, und dass man Stillstand eher als Rückschritt ansieht. Wir müssen aber auch festhalten, dass wir letztes Jahr eine herausragende Spielzeit hatten. Wir haben in den vier Spielen gegen Flensburg und Kiel sieben Punkte geholt und Zuhause in 17 Spielen nur drei Zähler abgegeben. Das sind Duftmarken, die nur schwer wiederholbar oder gar zu toppen sind. Wenn wir es schaffen, unser Niveau annähernd zu bestätigen, wäre das schon ein großartiger Erfolg.“

Sie haben bewusst bereits als Aktiver viel Wert auf die Zeit nach der Spielerkarriere gelegt und sich in Ausbildung und Studium mit dem Schwerpunkt Betriebswirtschaft beschäftigt. Fiel Ihnen die Umstellung auf den neuen Job daher leichter?

Christophersen: „Es ist definitiv eine Umstellung. Der Vorteil meiner neuen Aufgabe ist aber, dass sie total abwechslungsreich ist. Es gibt nicht den normalen Tag, sondern facettenreich und zeitintensiv beschreiben meinen aktuellen Rhythmus wahrscheinlich am treffendsten. Durch den täglichen Austausch mit den Kollegen in der Geschäftsstelle bekomme ich jetzt auch eine andere Perspektive auf gewisse Dinge. Als Spieler sind viele Dinge selbstverständlich, die bei detaillierter Betrachtung der Arbeitsprozesse aber viel Manpower und Einsatz erfordern.“

Nicht nur beruflich sondern auch privat ist es bei Ihnen nach der Geburt ihrer Tochter momentan bestimmt hochspannend…

Christophersen: „Es ist schön und anstrengend zugleich (lacht). Ich freue mich natürlich sehr über die Geburt unserer Tochter Linnea Filippa. Ich fühle mich sehr privilegiert darin, zwei gesunde Kinder und eine Frau zu haben und zudem noch einen Job nach der Leistungssportkarriere, der mich ausfüllt und super viel Spaß macht.“

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