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„Konstanz war so wahrscheinlich nicht zu erwarten“

Kai Häfner im Exklusiv-Interview

Die TSV Hannover-Burgdorf befindet sich in der aktuellen Saison in bestechender Verfassung. Einen gehörigen Anteil daran hat auch Europameister Kai Häfner, denn der RECKEN-Kapitän gehört auch in dieser Spielzeit einmal mehr zu den Aktivposten der Niedersachsen. „Wir haben im Dezember die Chance, dass zu vollenden, was wir in den ersten 15 Spielen erfolgreich begonnen haben“, erklärt Häfner. Im Interview mit www.die-recken.de spricht der Nationalspieler nicht nur über den RECKEN-Höhenflug, sondern auch über die bevorstehende Europameisterschaft und seinen Wunschzettel für Weihnachten.

Kai Häfner über…

…den bisherigen Saisonverlauf und die Gründe für den Erfolg: „Wir wussten schon, dass wir zu guten Leistungen fähig sind. Dass wir das bislang in dieser Konstanz abrufen können, war so wahrscheinlich nicht zu erwarten. Wir sind grundsätzlich auf jeder Position doppelt gut besetzt und haben viel Potential im Team. Zudem passen die Vorstellungen des Trainerteams sehr gut zu den Qualitäten in unserem Kader. Vor allem im Abwehrbereich haben die Umstellungen dazu geführt, dass wir deutlich kompakter stehen und weniger Gegentore bekommen.“

…den Monat Dezember: „Der Dezember hat mit dem Heimsieg über Gummersbach sehr gut angefangen. Der letzte Kalendermonat ist in der stärksten Liga der Welt immer sehr wichtig, da man mit diesem Gefühl entweder in die Pause geht, oder zur WM oder EM fährt. Wir haben im Dezember die Chance, dass zu vollenden, was wir in den ersten 15 Spielen erfolgreich begonnen haben.“

…einen möglichen Lerneffekt aus der Rückrunde in der letzten Saison: „Ich glaube schon, dass man aus den Erfahrungen im letzten Jahr viele Lerneffekte ziehen kann, vor allem da wir als Mannschaft nahezu komplett zusammen geblieben sind. Das wär prägend und wir sind dadurch extrem demütig geworden. Wir wissen, dass sich eine Rückrunde nicht von alleine spielt, sondern wir weiter hart arbeiten müssen und von Spiel zu Spiel schauen. Man darf sich damit aber auch nicht zu sehr beschäftigen.“

…die Lage der Liga in der aktuellen Saison: „Die Ergebnisse waren vor allem zu Saisonbeginn sehr verrückt. Viele Favoriten sind gestrauchelt. Jeder kann gegen jeden gewinnen und das macht es sehr interessant. Es ist so eng wie lange nicht mehr und wird eine spannende Rückrunde.“

…seine neue Rolle als Mannschaftskapitän: „Man steht schon nochmal etwas mehr im Fokus und muss mehr Verantwortung tragen, aber das macht mir auch Spaß. Insgesamt hat sich aber so viel nicht verändert. Es ist eine Riesenehre für mich und das erste Mal überhaupt, dass ich Kapitän bin und die Mannschaft auf das Feld führen darf.

…Rückblick auf das erste Duell mit seinem Bruder Max: „Es war sehr cool danach, weil wir noch zwei Tage zusammen in Hannover verbracht haben. Auf dem Spielfeld sind wir uns weniger begegnet als ich erwartet hatte. Das Wichtigste für uns war natürlich das wir gewinnen, weil dann waren die Analysen und Gespräche danach deutlich angenehmer (lacht).“

…die bevorstehende Europameisterschaft in Kroatien: „Der Ausgang kann gerne so sein wie vor zwei Jahren, aber diesmal ist mein Plan schon so, dass ich die Mannschaft von Anfang an unterstütze und nicht erst im Turnierverlauf zum Team stoße. (schmunzelt). Das wird ein sehr ausgeglichenes Turnier, denn viele Mannschaften haben das Potential, den Titel zu gewinnen. Wir werden in der Gruppenphase direkt gefordert sein, denn wir spielen gleich drei Mal gegen die Halle. Wenn wir das erfolgreich überstehen, haben wir gute Chancen, sehr weit zu kommen.“

…das neue System unter Bundestrainer Christian Prokop: „Christian ist jetzt ja schon etwas länger im Amt, so dass wir die Systemumstellungen schon ganz gut verinnerlicht haben. Wir haben beim letzten Lehrgang große Fortschritte gemacht und es ist mit jeder Trainingseinheit besser und besser geworden. Insgesamt ist es ein sehr komplexes und anspruchsvolles System, dafür brauchen wir die entsprechenden Wiederholungszahlen. Wir haben dann im Januar noch zwei Wochen, um uns den nötigen Feinschliff zu holen.

…die Weihnachtstage: „Die werde ich diesmal seit langem leider nicht im Süden verbringen, da wir am 26. Dezember in Flensburg spielen. Aber meine Frau und ich werden über Silvester in die Heimat fahren und das Ganze dann nachholen.

…seinen persönlichen Wunschzettel: „Mir ist eigentlich am Wichtigsten, dass es was leckeres zu Essen gibt und wir einen schönen Abend verbringen. Über Wünsche habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht und bin auch noch gar nicht so in Weihnachtsstimmung. Daher bin ich aktuell in dieser Hinsicht wunschlos glücklich (lacht).“

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