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Knappe Niederlage

RECKEN-Aufholjagd wird in Göppingen nicht belohnt

Die TSV Hannover-Burgdorf hat die erste Niederlage der Saison 2018/19 hinnehmen müssen. Bei Frisch Auf! Göppingen reichte eine starke Schlussviertelstunde der RECKEN nicht, um die 27:26 (18:13) Niederlage zu verhindern. Über 45 Minuten waren die Gastgeber die klar tonangebende Mannschaft in der EWS Arena und führten mit bis zu sechs Toren, doch am Ende hatten die Niedersachsen sogar noch die Chance, etwas mitzunehmen. Allerdings traf Neuzugang Cristian Ugalde mit dem Schlusspfiff nur die Latte des Göppinger Tores. „Der Sieg für Göppingen geht, wenn man das gesamte Spiel betrachtet, in Ordnung. Wir haben zu lange gebraucht, um in Fahrt zu kommen. Trotzdem haben wir am Ende die Chance auf den Ausgleich und es ist sehr ärgerlich, dass wir das nicht genutzt haben“, sagte der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen.

DIE RECKEN kamen in der EWS Arena zunächst nur schwer in die Gänge. Im Angriff produzierten die Niedersachsen zu leichte Fehler und luden die Gastgeber dadurch zu einfachen Toren ein. Die Folge war ein schneller 4:0 Rückstand und Trainer Carlos Ortega wurde zu einer frühen Auszeit gezwungen. . „Wir haben die Startphase total verschlafen. Das darf uns nicht passieren“, kritisierte Trainer Carlos Ortega. „Wir haben einen echten Stotterstart gehabt und uns die Bälle auf die Füße geschmissen“, gab Timo Kastening sehr selbstkritisch zu.

Diese brachte aber die erhoffte Wirkung, denn die Niedersachsen kamen in der Folge besser ins Spiel, was auch an den Einwechslungen von Mait Patrail und Pavel Atman lag, die das Angriffsspiel der RECKEN deutlich belebten. Beim 6:5 (14.) waren DIE RECKEN wieder auf Tuchfühlung, doch der Aufschwung währte nur kurz, denn den Gastgebern gelangen drei Tore in Folge, was die Führung wieder auf 9:5 ausbauten (18.).

Bis zur Pause steigerten sich DIE RECKEN zwar im Angriff und hatten dort eine höhere Effektivität als noch zu Spielbeginn, dafür bekamen die Niedersachsen in der Abwehr kaum noch Zugriff auf die sehr beweglichen Rückraumspieler der Süddeutschen, die mit guten Laufwegen immer wieder Lücken im niedersächsischen Abwehrverbund rissen. „Wir haben es Göppingen zu einfach gemacht, zu Toren zu kommen“, kommentierte Sven-Sören Christophersen den 18:13 Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel versuchten es DIE RECKEN mit einer 5:1 Deckung, doch auch diese Abwehrformation konnte den Göppinger Angriffswirbel nicht stoppen. Zudem kam, dass die Niedersachsen in dieser Phase immer wieder am Schlussmann der Gastgeber Primoz Prost scheiterten. So brachten Cristian Ugalde, Timo Kastening oder Lars Lehnhoff beim Siebenmeter den Ball aus aussichtsreicher Wurfsituation nicht im Göppinger Kasten unter. Dadurch blieb der Vorsprung der Gastgeber konstant bei fünf bis sechs Toren.

In den letzten 20 Minuten steigerten sich die Niedersachsen mit ihrer gewohnten 6:0 Abwehrformation zwar ein wenig, konnten aus den Ballgewinnen aber zu wenig Kapital schlagen. Wenn DIE RECKEN zum Erfolg kamen, ging es meistens über den Kreis, wo Ilija Brozovic und Evgeni Pevnov die Empfänger der zahlreichen Anspiele waren und diese auch konsequent verwerteten.

Da Göppingen den Sack aber nicht zumachte, kamen DIE RECKEN urplötzlich doch nochmal zu der Chance, die Partie zu drehen. Drei Treffer am Stück brachten den 24:22 (51.) Anschluss und die Niedersachsen waren, auch bedingt durch die Hereinnahme des siebten Feldspielers im Angriff, wieder im Spiel. Die Abwehr gewann weiter die Bälle und zwang die Gastgeber zu Fehlern und zwei Gegenstoßtore von Timo Kastening und Cristian Ugalde besorgten den 24:24 Ausgleich. Göppingens bester Spieler Sebastian Heymann brachte die Hausherren wieder mit 25:24 in Führung, doch Kastening glich im Gegenzug erneut aus.

Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase, in der die Niedersachsen nach einer Parade von Urban Lesjak sogar die Chance auf die Führung hatten. Morten Olsen scheiterte mit seinem Wurfversuch an Prost. Bis zum 26:26 konnten die Niedersachsen ausgleichen, mussten dann aber nicht nur zwei unglückliche Zeitstrafen hintereinander gegen Nejc Cehte und Mait Patrail verkraften, sondern auch den 27:26 Rückstand hinnehmen.

DIE RECKEN nahmen aber viel Zeit von der Uhr und Göppingen verpasste es, den Deckel auf die Partie zu machen. So hatten die Niedersachsen im letzten Angriff die Chance, doch noch einen Punkt mitzunehmen. Mit dem siebten Feldspieler spielten sie Ugalde in der Ecke frei, doch der Spanier scheiterte mit seinem Wurfversuch an der Latte und besiegelte dadurch die 27:26 Niederlage. "Am Ende haben wir es in der Abwehr besser gelöst und im Angriff hat uns der siebte Feldspieler geholen, so dass wir fast noch gepunktet hätten",analysierte Carlos Ortega. „Wir haben insgesamt zu viele Fehler gemacht, um hier etwas mitzunehmen“, erkannte Timo Kastening den Sieg der Göppinger an.

Statistik

Frisch Auf! Göppingen vs. DIE RECKEN 27:26 (18:13)

Frisch Auf! Göppingen: Prost, Rebmann; Kneule (5), Ritterbach, Damgaard, Heymann (5), Bagersted, Peric, Sliskovic (1), Schiller (9/5), Rentschler (4), Goller, Schöngarth, Zelenovic (1), Kozina (2).

DIE RECKEN: Ziemer, Lesjak; Cehte (2), Patrail (2), Thiele, Pevnov (1), Lehnhoff (2/2), Atman, Böhm (1), Ugalde (2), Krone, Srsen, Olsen, Donker, Brozovic (8), Kastening (8)

Siebenmeter: 5/5 – 7/3

Strafminuten: 8:14

Schiedsrichter: Hurst/Krag

Zuschauer: 4.100

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