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„Haben unser Herz und unsere Seele auf dem Spielfeld gelassen“

RECKEN verpassen Sensation gegen Löwen denkbar knapp

Die Spieler der TSV Hannover-Burgdorf haben bei der 23:26 Niederlage (13:14) gegen die Rhein-Neckar Löwen zwar die beiden Punkten knapp verpasst, die Leistung von Fabian Böhm, Ilija Brozovic und Co. war gegen den amtierenden Deutschen Meister aber mehr als ansprechend. „Wir haben unser Herz und unsere Seele auf dem Spielfeld gelassen. Ich bin stolz auf meine Spieler“; sprach Trainer Carlos Ortega seiner Mannschaft ein Sonderlob aus, die sich trotz erheblicher Personalprobleme als ein ebenbürtiger Gegner präsentierten. Dies honorierten auch die knapp 9.000 RECKEN-Fans, die die Spieler trotz der ersten Heimniederlage in dieser Saison mit minutenlangem Applaus verabschiedeten. „Wir haben sehr vieles richtig gemacht und können uns absolut nichts vorwerfen“, sagte der starke Rückraumspieler Fabian Böhm nach Spielschluss.

Die Niedersachsen mussten im Duell mit dem hohen Favoriten wie erwartet auf zahlreiche Leistungsträger verzichten. Mit Pavel Atman, Rúnar Kárason und Mait Patrail fehlte den RECKEN eine komplette Rückraumreihe, so dass die Verantwortung in der Fernwurfzone auf den Schultern von Fabian Böhm, Morten Olsen und Kai Häfner lag. Zudem musste auch Torge Johannsen mit Fersenproblemen passen.

DIE RECKEN trotzten den Ausfällen aber und starteten äußerst schwungvoll in die Begegnung. Gestützt auf einen stark haltenden Malte Semisch konnten sich die Niedersachsen zunächst eine knappe 5:4 Führung erspielen. Danach setzten die Löwen, vor allem über ihr hohes Tempo in der zweiten Welle und einen ebenfalls gut aufgelegten Torhüter Andreas Palicka zum ersten Zwischenspurt an und gingen ihrerseits mit 7:5 in Front. Während die RECKEN-Abwehr zunächst sehr gut gegen Löwen-Star Andy Schmid zurechtkam, fanden sie nicht das passende Gegenmittel gegen Mads Mensah Larsen. Der dänische Nationalspieler präsentierte sich in der Anfangsphase wie aufgedreht und markierte sechs der ersten acht Löwen-Treffer.

Die Niedersachsen ließen sich aber nicht abschütteln und hatten im Angriff vor allem Erfolg mit der Option des zweiten Kreisläufers. Von den Räumen und Lücken, die Ilija Brozovic und Evgeni Pevnov am gegnerischen Kreis schufen, profitierten vor allem Fabian Böhm und Morten Olsen mit sehenswerten Treffern. Hätte Casper Mortensen seinen vierten Strafwurf erfolgreich verwandelt, wären DIE RECKEN sogar mit einem 14:14 Unentschieden in die Pause gegangen – so nahmen die Löwen einen knappen Vorsprung mit in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel entwickelten sich im Spiel immer wieder Phasen, in denen sich eine Mannschaft kleine Vorteile erarbeiten konnte. Zunächst zogen die Löwen, bei denen Andy Schmid mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr Verantwortung übernahm, auf 17:14 weg. DIE RECKEN schlugen mit Timo Kastening, Ilija Brozovic und Fabian Böhm postwendend zum 17:17 zurück. Wiederum setzten sich die Löwen auf 19:17 und 21:19 ab, doch erneut gelang den RECKEN der 19:19 und 21:21 (51.) Ausgleich. Dabei verpassten es die Niedersachsen aber gleich mehrfach, selbst die Führung zu erzielen. „Wir haben zu viele freie Wurfchancen ausgelassen“, bemerkte Trainer Ortega hinterher, der in der Folge mit ansehen musste, wie Löwen-Keeper Palicka seinen Schützlingen den Zahn zog.

Die Gäste konnten sich in der Crunchtime hingegen auf ihren Anführer Andy Schmid verlassen, denn der Schweizer Nationalspieler markierte unter drohendem Zeitspiel das 21:22 und legte kurze Zeit später zum 21:24 (55.) nach. „Da hat man die Fähigkeiten von Schmid gesehen. Er war in der entscheidenden Phase sehr präsent“, musste RECKEN-Geschäftsführer Benjamin Chatton anerkennen.

Von diesem Nackenschlag konnten sich die aufopferungsvoll kämpfenden Niedersachsen nicht mehr erholen, so dass die Löwen am Ende die Punkte mit auf die Heimreise nahmen. „Wir verlieren nicht gerne, aber die Mannschaft hat heute alles versucht und eine gute Leistung gezeigt. Wenn man bedenkt, gegen wen wir heute gespielt haben und wie unsere Personallage vor dem Spiel ausgesehen hat, fällt es uns leichter, das Ergebnis einzuordnen und zu akzeptieren“, erklärte Benjamin Chatton.

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